Visionen vermitteln - Austausch fördern
arbeitsmarkt forum 2012

Grußwort

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BM_VonderLeyen_kl

Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird das Angebot an
Arbeitskräften in den nächsten 15 Jahren um bis zu 6,5
Millionen schrumpfen. Gerade mittelständische Betriebe
fürchten, dass die Suche nach geeignetem Personal für sie
in Zukunft schwierig wird. Quer durch alle Branchen und
Regionen wird der Fachkräftemangel dann schmerzlich
spürbar sein - mit Konsequenzen für alle Beschäftigten:
Denn wenn die Fachkräfte fehlen, schmälert das auch die
Chancen von Menschen mit geringeren Qualifikationen:
Bleibt die Ingenieurstelle unbesetzt, gibt es auch keine
Arbeit für den technischen Zeichner, die Sekretärin, die
Reinigungskräfte. Der Fachkräftemangel ist die Heraus-
forderung der nächsten Jahre.


Die Schlüsselfrage ist: Wer kann die Arbeit von morgen leisten? Vor allem richten wir den Blick auf die Menschen, die bislang am Rand des Arbeitsmarktes standen. Das größte Potenzial liegt bei den Älteren und bei den Frauen. Die Abschaffung der Vorruhestandsregelungen und die behutsame Einführung der Rente mit 67 bis 2029 waren richtig. Hier können vor allem Unternehmen durch kluge Weiterbildungs- und Vorsorge-
strategien dazu beitragen, dass ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lange mit ihrer Arbeitskraft und ihrem Betriebswissen zur Verfügung stellen.


Das größte Potenzial liegt bei den Frauen: Deutschland steht mit einer Frauenerwerbsbeteiligung von fast 70% zwar recht gut da, aber nur 55% arbeiten Vollzeit. In fast allen anderen EU-Ländern sind es mehr. Viele Frauen wollen arbeiten oder ihre Arbeitszeit erhöhen. Weitere Anstrengungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lohnen sich also immens. Bund, Länder und Kommunen haben hier in den letzten Jahren große Schritte nach vorne gemacht. Das hilft insbesondere den Alleinerziehenden, bei denen wir unsere Anstrengungen verstärken, um sie für den Arbeitsmarkt zu aktivieren.


Wie wir es auch drehen und wenden: Wir werden die Lücken nicht allein mit hiesigen Arbeitskräften schließen können. Wir brauchen insbesondere in Mangelberufen auch gut qualifizierte Fachkräfte aus Europa und aus Drittstaaten. Erfolgreich können wir nur sein, wenn Staat und Wirtschaft die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen und in der Gesellschaft eine Willkommenskultur entsteht. Wenn wir bereit sind, von anderen Ländern zu lernen, die bei der qualifizierten Zuwanderung erfolgreicher sind.


Wenn Staat, Sozialpartner und Unternehmen das Richtige tun, können wir Deutschland zu einem Land der neuen Chancen machen: familienfreundlich, altersgerecht und weltoffen. Dann wird unsere Soziale Marktwirtschaft eine gute Zukunft haben.

 Unterschrift




Dr. Ursula von der Leyen

Bundesministerin für Arbeit und Soziales